Budo-Taijutsu

Demonstration traditioneller Kampfkunst in Reichenbach / Vogtl.

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Am 10.11.2001 zeigte Wolfgang Gröger Shihan (10. Dan) mit einigen seiner höchstgraduiertesten Schülern aus Bayreuth und Zwickau eine eindrucksvolle Demonstration der traditionellen Kampfkunst der früheren Ninjas dem heutigen Budo-Taijutsu.

Ziel dieser Demonstration war es, einen Einblick in eine Kampfkunst zu verschaffen, die so in der Region des Vogtlandes bisher nicht bekannt war, und das Training dieser Disziplin im neu eröffneten "Bujinkan Gröger Dojo Netzschkau" als Sektion des GGDN vorzustellen.

Zunächst dankte Gröger den gespannten Zuschauern für ihr kommen und stellte kurz die einzelnen Akteure vor. Dann eröffnete er die Veranstaltung mit Ausschnitten des üblichen Aufwärmprogramms dieser Kampfkunst. Gröger verwies dabei stets darauf, wie wichtig die jeweiligen übungen für ein gesundes Training sind und dass einige unfunktionale übungen (z.B. Spagat) wegen der Verursachung von Langzeitschäden für Wirbelsäule, Gelenke und Bänder aus diesem übungsprogramm entfernt wurden. Anschließend zeigten Grögers Meisterschüler die verschiedenen Rollen und Stürze aus der traditionellen Fallschule des Budo-Taijutsu. Auch hier verwies Gröger auf wichtige Sicherheitsregeln, welche vor Verletzungen schützen können. Dabei betonte er, dass alle Schüler stets ohne Zwang trainieren. "Wenn jemand vor einer übung Angst hat, besteht ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Deshalb sollte man solche übungen lieber weglassen. Und das ist keine Schande für den Schüler!" sagte Gröger.

Nach dieser Einleitung begann die eigentliche Demonstration der Techniken. Von entsprechender Musik unterlegt, zeigte Gröger abwechselnd mit seinen Schülern verschiedene Kampftechniken des Budo-Taijutsu. Begonnen bei Kampfhaltungen und einfachen Grundtechniken reichte das Programm an Techniken über waffenlose Selbstverteidigung bis zu bewaffneten Techniken und traditionellen Katas. Dabei gab Gröger den begeisterten Zuschauern durch langsame Vorführung und jeweilige Erklärung den richtigen Einblick und zeigte dann in der richtigen Schnelligkeit die Effektivität und tatsächliche Wirkung der einzelnen Techniken. Zwischendurch gab Gröger seinen Schülern Gelegenheit, einige Techniken gemeinsam zu wiederholen oder in Variationen zu zeigen, wodurch die Atmosphäre eines richtigen Trainings entstand. Immer wieder zeigte Gröger auch den Bezug von Tradition und Praxis. So verwies er auf die Ähnlichkeiten von alten Waffen zu modernen Gebrauchsgegenständen, wie zum Beispiel Stock (Hanbo) zu Schirm. Dabei demonstrierte Grögers Enkeltochter Tina Christiansen eindrucksvoll, wie gut sie, nach Demonstration mit einem Stock (Hanbo), einen Schirm gegen starke und große Gegner einzusetzen vermag.

Auch die jungen Mitglieder des GGDN nutzten die Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. So demonstrierten sie unter anderem die Wirkung ihrer Schläge durch Bruchtechniken, welche den Zuschauern einige Ausrufe der Begeisterung abrangen. Immer wieder betonte Gröger, wie wichtig dabei die richtige Einstellung und Technik ist, da durch falsches Schlagen ein Bruchtest zu schmerzhaften Verletzungen oder sogar zu Knochenbrüchen führen kann.

Als Höhepunkt der Veranstaltung brachte Gröger die alten und ehemals geheimen Waffen der Ninjas zum Einsatz. So zeigte er, wie aus einem "harmlosen" Bambusstock, während einer Technik plötzlich eine gefährliche Klinge gezogen werden konnte (Shikomi). Auch die recht einfach wirkenden Kusarigama und Kyoketsu Shogei (die Lieblingswaffe der früheren Ninjas) entpuppten sich in Grögers Händen als äußerst gefährliche und durch ihre langen Ketten schwer einschätzbare Waffen. Gröger machte deutlich, dass Waffen teilweise auch als Werkzeuge Verwendung fanden. So war die Kusarigama ursprünglich eine Reissichel, und der Kyoketsu Shogei wurde auch als Kletterhaken benutzt. Natürlich legte Gröger beim Vorführen dieser Waffen sehr viel Wert auf die Sicherheit. Er machte deutlich, dass im Training ausschließlich Holz- oder Gummiwaffen zum Einsatz kommen, um das Verletzungsrisiko der übenden so gering wie möglich zu halten.

Mit einem Auszug aus den Kuji-in (den geheimen Fingerzeichen zur Meditation) und dem traditionellen Abgrüßen verabschiedete sich Gröger nach fast 2 Stunden Vorführung von den begeisterten Zuschauern. Unter großem Beifall zeigte Gröger als kleine Zugabe noch eine eindrucksvolle Verteidigung gegen 5 Angreifer.

Obwohl die gesamte Veranstaltung ohne vorherige Absprachen und einstudierte Elemente abgehalten wurde, bekamen die Zuschauer einen sehr umfangreichen Eindruck von der Vielseitigkeit dieser einzigartigen Kampfkunst. Und es gab sofort Interessenten, die Budo-Taijutsu nun im Bujinkan Gröger Dojo Netzschkau unter Ralf Kürschner erlernen wollen.

Das GGDN dankt Shihan Gröger und allen Mitwirkenden für diese einzigartige Unterstützung.

Ralf Kürschner

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