Budo-Taijutsu

Waffenlehrgang in Bayreuth
mit Wolfgang Gröger Shihan 9. Dan
am 8. Dezember 2001

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W. Gröger (links) bei der Abwehr eines Schwertangriffes von Harald Haider (rechts)

Die Kunst des Kampfes beschränkt sich im Budo-Taijutsu nicht nur auf waffenlosen Nahkampf. Auch der Umgang mit Schwert, Bo (Stock ca. 180 cm), Hanbo (Stock ca. 90 cm) und weiteren altjapanischen Waffen gehört in das umfangreiche Trainingsprogramm dieser einzigartigen Budoart. Dies wurde am 08.12.2001 bei einem Tagesseminar unter Leitung von Wolfgang Gröger Shihan 10. Dan sehr deutlich, zu dem über 40 Teilnehmer (darunter einige hochrangige Danträger) aus ganz Deutschland kamen.

Zunächst erklärte Gröger einige Waffen des früheren Japan und ging danach gleich zum praktischen Teil über. So wurde am Anfang das richtige Ziehen des Schwertes aus der Saya (Schwertscheide) geübt. Da gerade dabei oft Fehler gemacht werden, legte Gröger viel Wert auf die richtige Ausführung. Auch die anschließenden Schnitte mit dem Schwert sollten möglichst exakt ausgeführt werden. Gröger verwies dabei auf die Disziplin Iai-Do, welche sich auf die Perfektion des Schwertziehens spezialisiert hat.

Im weiteren Seminarverlauf sollte jedoch der eigentliche Kampf mit den Waffen im Vordergrund stehen. Dazu zeigte Gröger die ganzen traditionellen Kampfhaltungen des Budo-Taijutsu mit Schwert und die daraus sinnvoll auszuführenden Schnitte. Auch hier bekamen alle genügend Zeit, um zu üben. Die anschließenden Partnerübungen (natürlich mit dem Bokken – Holzschwert) gaben den Teilnehmern Gelegenheit, die Grundtechniken auf den Kampf zu übertragen. Dabei demonstrierte Gröger eindrucksvoll, wie vielfältig Angriffe und Verteidigung mit dem Schwert sein können, und wie wichtig im Waffenkampf die richtige Körperbewegung ist. "Nur durch den Gebrauch des ganzen Körpers und der richtigen Beinarbeit erreicht eine Technik die maximale Wirkung und Effektivität." sagte Gröger. Um dies noch besser zu üben, trainierten dazu in 3-er Gruppen. Bei der Verteidigung gegen zwei Angreifer wurde schnell deutlich, welche Bewegung sinnvoll und welche falsch war. Zudem brachte dieses lockere üben auch eine entspannte Atmosphäre, wodurch die Teilnehmer noch mehr Freude am Training bekamen, ohne die erforderliche Aufmerksamkeit und Disziplin zu verlieren.

Obwohl es noch viele weitere Techniken gab, unterbrach Gröger die übungen, um sich dem Bo und dem Hanbo zuzuwenden. Auch hier zeigte Gröger zunächst die wichtigsten Kampfstellungen und Grundtechniken wie Schlagen und Stoßen. Danach ging er gleich wieder zum Partnertraining über. So konnten die Teilnehmer einige traditionelle Katas des Budo-Taijutsu mit dem Bo und dem Hanbo ausführen. Durch die spätere Kombination der Angriffe durch Schwert, Bo oder Hanbo wurde das Training noch interessanter.

Während des gesamten Lehrgangs verwies Gröger immer wieder auf die richtige Körperbewegung und die enge Verbindung der Techniken zum waffenlosen Kampf. Der übende sollte die Waffe als Verlängerung des Armes betrachten und nicht einfach als Gegenstand, mit dem man schlagen oder stechen kann.

Leider war auch bei diesem Seminar die Zeit viel zu kurz, um wirklich mit allen Waffen des Budo-Taijutsu zu üben. Gröger nutzte jedoch jede Minute, um noch einige andere Waffen und dazugehörige Techniken zu demonstrieren. So zeigte er noch eindrucksvoll den Umgang mit der Jutte, einem ca. 30 cm langen Schagstock aus Metall mit einer nach oben gebogenen Klinke an einer Seite. Gröger demonstrierte dabei stets mit übungswaffen, verwies jedoch auf die Effektivität der damals gebräuchlichen Waffen, die rasiermesserscharf geschliffen und angespitzt waren.

Gröger beendete das Seminar jedoch erst, nachdem er versprach, im neuen Jahr einen weiteren speziellen Waffenlehrgang abzuhalten. Zunächst aber verlieh Gröger zwei Mitgliedern des Bujinkan Gröger Dojo Netzschkau den 10. Kyu im Budo-Taijutsu. Obwohl Sindy Partsch (3. Kyu Goshin-Taijutsu) und Lucy Nessig (5. Kyu Goshin-Taijutsu) diese Kampfkunst erst wenige Wochen trainieren, konnten sie Gröger dennoch im Seminarverlauf von ihren Fähigkeiten überzeugen, ohne sich einer gesonderten Prüfung unterziehen zu müssen.

Unter großem Applaus verabschiedete sich Shihan Gröger von den noch völlig begeisterten Teilnehmern nach diesem anstrengenden aber überaus lehrreichen und interessanten Seminar.

Nochmals ein Dankeschön im Namen aller Teilnehmer.

Ralf Kürschner

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